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Dr. Peter Linke Abteilung Marine Umweltgeologie, GEOMAR - Forschungszentrum für Marine Geowissenschaften an der CAU Kiel. |
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Dr. Olaf Pfannkuche Abteilung Marine Umweltgeologie, GEOMAR - Forschungszentrum für Marine Geowissenschaften an der CAU Kiel
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GEOMAR Lander erkunden die Tiefsee Peter Linke, Olaf Pfannkuche GEOMAR - Forschungszentrum für Marine Geowissenschaften an der CAU Kiel
GEOMAR gehört weltweit zu den führenden Institutionen in der Konstruktion und im Einsatz von Tiefsee-Landern. Dies sind autonome Trägersysteme für Langzeitbeobachtungen und Experimente am Tiefseeboden. Sie werden durch Ballastgewichte zum Meeresboden gezogen und treiben nach akustischer Auslösung der Gewichte mit Hilfe von Auftriebskugeln wieder auf zur Meeresoberfläche (Abb. 1)
Abb. 1: Freifall-Lander ausgerüstet mit einem akustischen Strömungsmesser und Stereo-kamerasystem für Langzeitbeobachtungen, die gelben Schalen enthalten die Auftriebskörper.
Lander können verschiedene Beobachtungs-, Meßsysteme und Experimentiereinheiten beherbergen, die in ihrer Funktion elektronisch gesteuert werden und mit eigener Energieversorgung versehen über Monate autonom in der Tiefsee arbeiten. Bis zu einer maximalen Wassertiefe von 6000m nehmen die Geräte nach einem vorher eingespeichertem Programm Sediment und Wasserproben, messen z.B. Temperatur, Salzgehalt, Strömungs-richtung und -stärke und Sauerstoff-gehalt. Die Meßdaten werden auf elektronischen Medien gespeichert.
In speziellen Kammern werden direkt am Meeresboden Messungen und Experimente durchgeführt, die im Labor unter dem in diesen Wassertiefen herrschenden Druck von 600 atm nur schwer realisierbar sind (Abb. 2). Hier lastet auf jedem Quadratzentimeter ein Druck von 600 kg. In Kombination mit modernster Labortechnik werden so die Grundprozesse der Lebensvorgänge studiert, die auch für die Entwicklung des Lebens selbst eine entscheidende Rolle spielten. So wird die Tiefsee als Laborraum genutzt, um bei Analysen die jeweiligen Umweltparameter ungestört nutzen zu können. Lander werden vom GEOMAR insbesondere in den Forschungsschwerpunkten Gashydrate, biogeochemische Stoffkreisläufe und Klimaforschung eingesetzt.
Abb. 2: Ausgelegter Köder zur Dokumentation der Nahrungsaufnahme von Aasfressern in der Tiefsee.
Als entscheidender technologischer Entwicklungsschritt auf diesem Gebiet wurden von GEOMAR video-gesteuerte Absetzeinheiten (Launcher) für Lander realisiert und mit großem Erfolg im letzten Jahr auf dem deutschen Forschungsschiff SONNE eingesetzt (Abb. 3 und 4). Diese Einheiten wurden entwickelt, um die komplexen Lander-Systeme kontrolliert und gezielt an bestimmten Lokationen am Meeresboden abzusetzen, z. B. an untermeerischen Quellen oder an Gashydraten. Der Launcher trägt 2 Videokameras und Scheinwerfer sowie eine bidirektionale Unterwassertelemetrie, die über das Schiffskabel Daten- und Videosignale, Steuerbefehle sowie die Stromversorgung überträgt. Dies geschieht in der Regel über armierte Koaxialkabel; auf FS SONNE steht als derzeit einzigem deutschen Forschungsschiff ein Hybridkabel mit Kupfer- und Glasfasern zur Verfügung. Dies ermöglicht eine on-line Übertragung gestochen scharfer Schwarz/Weiß- oder Farbvideosequenzen sowie auch großer Datenmengen, wie sie z.B. für Seitensicht-Sonargeräte notwendig sind. Der Lander wird in Bodensicht und in einem gewissen Abstand über den Meeresboden geschleppt. Nach Sichtung einer geeigenten Absetzposition wird der Lander durch ein elektrisches Signal über das Schiffskabel und die Telemetrie vom Launcher und damit von der Verbindung zum Schiffskabel abgekoppelt. Dabei kann der Lander gegenüber freifallenden oder im Blindflug eingesetzten Geräten sanft auf der Meeresbodenoberfläche aufgesetzt werden, ohne die Strukturen zu beschädigen, die eigentlich untersucht werden sollen.
Abb. 3: Ausbringen eines video-geführten Lander-Systemes zur Probennahme und Messung der Austromraten von Fluiden an untermeerischen Quellen; oberhalb der gelben Auftriebskugeln befindet sich die Absetzeinheit (Launcher).
Nach dem Absetzen des Landers wird der Launcher wieder zurück an Bord des Schiffes gehievt und steht für den nächsten Einsatz zur Verfügung. Der Lander kehrt nach akustischem Auftauchkommando und Abwurf des Ballastes mit seinem Restauftrieb wieder an die Meeresoberfläche zurück, wo er vom Schiff aufgenommen wird. Das nächste Ziel ist die Entwicklung von Langzeitobservatorien für Einsätze bis zu einem Jahr. Langzeitobservatorien werden neben der Anwendung in der Grundlagenforschung verstärkt in der Meeresüberwachung angewendet werden. Der Bau und die Entwicklung dieser komplexen Systeme wird von GEOMAR in Zusammenarbeit mit KMUs, die am Standort Seefischmarkt angesiedelt sind, durchgeführt.
Dank Wir danken folgenden Mitarbeitern, die in den letzten Jahren an der Entwicklung der GEOMAR Landertechnologie mitgearbeitet haben: F. Appel, B. Bannert, A. Cremer, V. Nuppenau, A. Petersen, M. Poser, W. Queisser, R. Rimek, Dr. U. Witte.
Abb. 4: Ausbringen des video-geführten Kammer-Lander zur Bestimmung des Stoffumsatzes am Tiefseeboden.
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